Learning4Resilience - Aufbau lokaler Lernzentren zur Katastrophenschutzbildung

Sommerworkshops zu Krisenvorsorge und Resilienz in Berliner Gemeinschaftsunterkünften

Melanie Kinzel

Im Rahmen des Projekts Learning for Resilience haben wir gemeinsam mit dem DRK Landesverband Berlin während der Sommerferien eine Workshopreihe zu Krisenvorsorge, Katastrophenschutz und Resilienz durchgeführt. Die Workshops fanden einmal pro Woche statt und richteten sich an Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinschaftsunterkünfte des DRK-Kreisverbands Schöneberg-Wilmersdorf.

Insgesamt nahmen 24 Personen an den Workshops teil. Die Teilnahme war für Bewohnerinnen und Bewohner aller Gemeinschaftsunterkünfte des Kreisverbands möglich. Neben den Bewohnerinnen und Bewohnern beteiligten sich auch Mitarbeitende und Betreuende, die durch ihre Erfahrungen wichtige zusätzliche Einblicke in die Bedarfe und Herausforderungen der Zielgruppe geben konnten. Dies bereicherte die Diskussionen und den gemeinsamen Lernprozess erheblich.

Ziel der Workshopreihe war es, besser zu verstehen, wie Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung verschiedene Krisen und Katastrophen wahrnehmen, welche Erfahrungen sie bereits mitbringen und welche Informationen für ihren Alltag in Deutschland besonders relevant sind.

Im Mittelpunkt standen die verschiedenen Krisen- und Katastrophenszenarien, die auch in Deutschland auftreten können. Gemeinsam wurden Themen wie Hochwasser, Starkregen, Hitzewellen, Stürme, Brände und Waldbrände, Pandemien, Erdbeben sowie Blackouts besprochen. Darüber hinaus beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den in Deutschland bestehenden Warn- und Informationssystemen sowie dem richtigen Verhalten bei Warnmeldungen.

Die Workshops machten deutlich, dass viele Teilnehmende bereits über Erfahrungen mit Krisen und Katastrophen aus ihren Herkunftsländern verfügen und dadurch wertvolles Wissen und wichtige Perspektiven mitbringen. Gleichzeitig zeigte sich, dass die Beschäftigung mit dem Thema Katastrophenvorsorge in Deutschland oft als weniger relevant wahrgenommen wird. Die neue Lebensumgebung wird häufig als vergleichsweise sicher erlebt, wodurch mögliche Risiken im Alltag weniger präsent erscheinen.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis war, dass Kenntnisse über Warnsysteme, Alarmierungen und das richtige Verhalten im Ernstfall vielfach nicht bekannt sind. Gerade diese Informationen sind jedoch eine wichtige Grundlage für Prävention, Selbstschutz und Resilienz. Die Workshops haben gezeigt, wie wichtig zielgruppengerechte Informations- und Bildungsangebote sind, die an die Lebensrealität von Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung anknüpfen und gleichzeitig ihre vorhandenen Erfahrungen und Kompetenzen einbeziehen.

Die gewonnenen Erkenntnisse fließen nun in die weitere Entwicklung der Bildungs- und Trainingsangebote im Projekt Learning for Resilience ein. Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmenden sowie beim DRK Landesverband Berlin für den offenen Austausch und die wertvollen Einblicke.

Sommerworkshop L4R

Ⓒ DRK Kreisverband Schöneberg-Wilmersdorf

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Stakeholder Meeting in Berlin

Ein Austausch zwischen den Projektpartnern und deutschen Stakeholdern am 16. März 2026 brachte neue Perspektiven auf die Herausforderungen der Zielgruppen und zeigte Wege auf, wie diesen begegnet werden kann. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Hindernisse den Zugang zu Katastrophenschutztrainings für die Zielgruppen erschweren, sei es durch physische, sprachliche oder strukturelle Barrieren oder unerfüllte Bedürfnisse wie fehlende niedrigschwellige Angebote. Gleichzeitig wurde diskutiert, wie Lernmaterialien gestaltet sein müssen, um wirksam zu sein – etwa durch einfache Sprache, barrierefreie Formate oder praxisnahe Inhalte – und welche bereits vorhandenen Materialien oder Tools sich bewährt haben.

Ein weiterer Fokus lag darauf, welche pädagogischen Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit diese Gruppen sinnvoll an Resilienztrainings teilnehmen können, etwa durch angepasste Didaktik, flexible Logistik oder klare Lernziele. Schließlich ging es um die wichtigsten Kompetenzen, die Trainer_innen benötigen, um diese Zielgruppen effektiv zu erreichen – von fachlicher Expertise wie Erste Hilfe über digitale Tools bis hin zu interkultureller Sensibilität und zielgruppenspezifischen Soft Skills. Die Diskussionen lieferten wertvolle Impulse, um maßgeschneiderte, inklusive Lösungen für eine wirksame Katastrophenvorsorge zu entwickeln.

L4R Stakeholder meeting

Ⓒ BGZ

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Transnationales Projekttreffen in Berlin

Bei unserem ersten transnationalen Projekttreffen in Berlin am 16. und 17. März 2026 stand die Umsetzung von Plänen in konkrete Maßnahmen im Mittelpunkt: In intensiven Diskussionen zu Katastrophenvorsorge und Resilienztraining wurden Einblicke in Forschung und Recherche gegeben, Lücken identifiziert und Umfragen für Stakeholder und Zielgruppen finalisiert. Gleichzeitig tauschten sich die Partner über Konzepte für innovative Lernräume aus und besprachen die Grundlagen für die Ausbildung von Resilienztrainer_innen. Am Ende der beiden Tage verfügte das Team nicht nur über einen klaren Fahrplan für die nächsten Monate, sondern auch über ein gestärktes Gefühl von Zusammenarbeit und gemeinsamer Zielsetzung.

Geber
Europäische Union

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